Regen in der Kalahari

Regen in der Kalahari

Eine kleine Lektion zum Thema Zeit

Der Himmel ist noch dunkel, als wir früh morgens unser mobiles Camp verlassen. Soweit das Auge reicht, türmten sich bedrohlich Regenwolken auf und bald schon beschliessen die Wolken, sich ihres Gewichts zu entledigen und ihr kostbares Gut über der Kalahari im Süden Botswanas zu verteilen.

Was für ein beeindruckendes Spektakel. Langsam bildet der Regen kleine Pfützen auf der Piste und es schaut nicht danach aus, als würde es bald aufhören. Trotzdem, wir fahren weiter, suchen immer wieder den Horizont ab. Dann, nach knapp einer Stunde Fahrt entdecken wir in der Ferne drei Geparden, sie scheinen auf der Jagd zu sein.

Für die nächsten sechs Stunden beobachten wir – mal mehr, mal weniger geduldig – die Gepardenmutter, die ihren beiden Halbwüchsigen eine Lektion zum Thema erfolgreiches Jagen erteilt. Das Wort Eile scheinen sie nicht zu kennen, langsam und sehr achtsam, nähern sie sich einer Herde Springböcken. Diese stehen stoisch im strömenden Regen, scheinen sich der drohenden Gefahr nicht bewusst zu sein. Zwar schreckt ab und an einer der Springböcke die Herde mit seinen Alarmrufen kurz auf, doch bald schon beruhigen sie sich wieder und so vergeht Stunde um Stunde.

Doch dann, spät Nachmittags, geht plötzlich alles sehr schnell. Die drei schiessen aus ihrer Deckung, sprinten los und die Herde der Springböcke explodiert in Panik. Rund um uns herum eine wilde Jagd. Die meisten Springböcke fliehen in Panik, doch einzelne stehen still, beobachten und warten.

Schlussendlich war einer der Geparden erfolgreich, welcher vermögen wir nicht zu sagen. Ihre Achtsamkeit und Geduld hat sich gelohnt. Die Mutter hat ihnen gezeigt, wie man erfolgreich jagt und uns Menschen hat sie ganz nebenbei beigebracht, wie wichtig es ist, auf den richtigen Moment zu warten.

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